Archiv der Kategorie 'Texte'

Deutschland, Dresden: Alles Opfer

Die GenossInnen von Avanti haben einen eigenen Aufruf für Dresden herausgebracht:

Deutschland, Dresden: Alles Opfer

Im deutschen Geschichtsbild ist Dresden zu einem Symbol geworden für das Leiden der vermeintlich unschuldigen Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs. Indem die Nazis ihren Aufmarsch in Dresden als Gedenken an den Bombenangriff auf die Stadt inszenieren, gelingt es ihnen, an dieses gesamtgesellschaftlich verbreitete Geschichtsbild anzuknüpfen, demzufolge eben auch die Deutschen im Nationalsozialismus vor allem Opfer waren.
Antifaschistischer Aktionstag am 13. Februar 2010
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Dresden 2010: Entschlossen entgegenstellen – gemeinsam blockieren!

Am Ort der Geschichte
Entschlossen entgegenstellen – gemeinsam blockieren!


Wir rufen alle Antifaschistinnen und Antifaschisten dazu auf, am 13. Februar dem Naziaufmarsch in Dresden entschlossen entgegenzutreten und ihn gemeinsam zu blockieren!
In dem bundesweiten Bündnis No pasarán! haben sich verschiedene linke und antifaschistische Gruppen zusammengeschlossen, um dem jährlich stattfindenden Nazigroßaufmarsch endlich ein Ende zu bereiten.

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Über Futures und Optionen – die nahe Zukunft


Angekündigte Einbrüche in den Landesfinanzen, Kurzarbeit in verschiedenen Betrieben des Marburger Umlands und die erste Welle des Stellenabbaus, etwa bei der Firma Fritz Winter in Stadtallendorf, zeigen: Auch im beschaulichen Marburg machen sich die Folgen der Wirtschaftskrise bemerkbar. Derzeit werden die Krisenfolgen durch Kurzarbeit und Abwrackprämie noch bis zur Bundestagswahl abgemildert. Bis dahin gibt es nach Berichten der Financial Times Deutschland eine Art Stillhalteabkommen zwischen Politik und Wirtschaft – anschließend stehen Massenentlassungen an (FTD, 25.08.09). Kurzarbeit, Bankenrettung, Konjunkturprogramm und Abwrackprämie stabilisieren noch die Nachfrage und damit auch den Arbeitsmarkt. Danach wird die Krise zum Tragen kommen und dies zwar noch, wenn die EigentümerInnen von Unternehmen schon längst wieder steigende Gewinne und Ausschüttungen verzeichnen können. Erst dann werden Arbeitslosigkeit, Inflation, steigende Konsumsteuern (vor allem die Mehrwertsteuer) und Abgaben zeigen, dass die enormen Mittel, die in den Rettungspaketen und Notkrediten verheizt wurden, auch wieder aufgebracht werden müssen.
Bei der öffentlichen Hand werden die Haushaltslöcher durch die Krise größer werden: Auszugehen ist bis 2010 von einem Loch von etwa 30 Milliarden in der gesetzlichen Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Den Ländern fehlen knapp 15 Milliarden in der zweiten Jahreshälfte ’09 – dabei schlagen zahlreiche Ausgaben der Rettungspakete noch gar nicht zu Buche (spiegel.de, 21.08.09). Gerade bei den Kommunen werden durch Abschreibungen, reale Verluste und Arbeitslosigkeit die Steuereinnahmen aus Gewerbe- und Einkommenssteuern versiegen. Die Krise wird sich daher besonders auch lokal zeigen und ausgetragen werden – durch Betriebsschließungen und Entlassungen vor Ort, durch Kürzungen in der (kommunalen) Infrastruktur und Daseinsvorsorge wie auch im sozial-politischen und kulturellen Bereich. In Hessen werden gerade in den Bereichen, in denen die Kommunen nach der Operation Sichere Zukunft für fehlende Landesmittel eingesprungen sind, Projekte und Institutionen ihre Türen schließen müssen.
Trotz Kurzarbeit wurden seit Beginn der Krise bei den Dax-Unternehmen in Deutschland rund 30.000 Jobs gestrichen. Dafür gießen die gleichen Unternehmen im Jahr 2009 stolze 23,5 Milliarden Euro in Form von Dividenden an die Aktionäre aus. Während uns erzählt wird, alle seien von der Krise betroffen, es gebe gar einen „Kriseneffekt der Gleichmacherei“ (Klaus Zimmermann), zeigen die Zahlen Anderes. Wir können sehen, was die Krise gerade eben hat: einen Klassencharakter. Der Weltreichtumsbericht der Unternehmensberatung Capgemini und der Investmentbank Merrill Lynch beziffert die Zahl der Millionäre in Deutschland auf 810.000 (das sind gerademal 21.000 weniger als noch letztes Jahr) – aber deutlich mehr als 2006 (798.000).
Die ArbeiterInnen, Angestellten, HausarbeiterInnen, Prekären und Erwerbslosen erlebten und erleben allerdings eine andere Realität: Angesichts von immer weniger Geld für ihre Arbeit oder als Sozialleistungen und der schwindenden Absicherung von Lebensrisiken wie Alter, Pflegebedürftigkeit oder Krankheit kriegten in der Vergangenheit schon viele ihre ganz individuelle Krise. (mehr…)

Zwei Texte zur Krise

  • Ein Dossier der Corsari Milano mit einem kurzen Soli-Beitrag der Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t. zu der Situation in Italien rund um die G8-Gipfel in Italien findet ihr hier: Dossier Ale e Domenico liberi
  • Der Reader ist auf italienisch.

  • Eine Einschätzung von Joachim Hirsch zur Krise gibt es hier: Wir bezahlen für die Krise!
  • Die dunkle Seite der Macht – Zur Beweihräucherung von Vernunft, Hedonismus und Revolution

    I.

    Als Karl Marx 1844 seine „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ verfasste, eröffnete er mit dem Satz: „Für Deutschland ist die Kritik der Religion im wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.„Die Voraussetzung war erfüllt, und das kritische Denken konnte sich neuen und wichtigeren Aufgaben zuwenden. Marx ließ sich allerdings nicht nehmen, zuerst noch einmal den Diskussionsstand in Sachen Religionskritik zu präsentieren:
    Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät. Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewußtsein, weil sie eine verkehrte Welt sind.
    Die Religion ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.
    Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.
    Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege.
    Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.

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    Venceremos – Broschüre zum spanischen Bürgerkrieg erschienen

    Vor kurzem hat die Antifaschistische Linke Berlin eine Broschüre über den spanischen Bürgerkrieg herausgebracht. Auch wir beschäftigen uns ja schon länger immer mal wieder mit diesem Thema und haben in der Broschüre einen Artikel veröffentlicht.

    Die schicke und sehr lesenswerte Broschüre könnt ihr in Marburg in der Buchhandlung Roter Stern oder an einem Infotisch von uns erwerben.

    Außerdem bietet die ALB die Broschüre als PDF zum Download an.

    Der spanische Bürgerkrieg und die Linke II

    Zweiter Teil unserer Veranstaltungsreihe
    ***UPDATE Der Workshop um 14.30h mit Ulrich Winter: Sinn vergangenheitspolitischer Debatten und Bedeutung für die Gegenwart: die Linke und der Gefangenentransport fällt leider aus – Der Rest findet wie geplant statt***

  • Hier gibts die Ankündigung und das Programm als PDF
  • Für uns, darauf bestanden wir, und wir hörten es bestätigt von denen, die von den Fronten kamen, war in Spanien die internationale Solidarität zur Abwehr des Faschismus angetreten. Diese Antwort war von absoluter Bestimmtheit (Peter Weiss, Die Ästethik des Widerstands)

    Im Hinblick auf inhaltliche Debatten über das Projekt der Abschaffung aller Verhältnisse, in denen der Menschen ein geknechtetes Wesen (Marx), über dahingehende strategische Fragestellungen, taktische Bündnisse und Allianzen sowie Organisations- und Politikformen kann in der politischen Geschichte der Linken viel gefunden werden – für den Pessimisten ein Sammelsurium an Widersprüchen, Fehlern wie auch dem Scheitern linker Politik; für den Optimisten (bestenfalls?) eine Geschichte des Scheiterns aus dezu lernen sei, um künftige und anstehende Kämpfe schlauer und erfolgreicher führen zu können. Der Spanische Bürgerkriegs war für die zeitgenössische (nicht nur, aber hauptsächlich) europäische Linke ein Kristallisationspunkt und politisches Problem, das ungeheure Hoffnungen, Illusionen und auch Kräfte freizusetzen vermochte – und: mit dem Sieg des spanischen Faschismus, unterstützt vom nationalsozialistischen Deutschland und dem italienischen Faschismus, einer weiteren derben Niederlage und (teilweise auch physischen Vernichtung) der „Linken“ endete.

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    AN DIE LINKE VON HEILIGENDAMM

    Einladung zum Antikapitalistischen Ratschlag am 25.1.2009 in Frankfurt/Main

    An alle GenossInnen, denen die Kritik des herrschenden Elends immer auch eine Frage der praktischen Intervention ist. An die GewerkschaftsaktivistInnen, deren Projekt sich im Kampf um mehr Lohn nicht erschöpft. An alle, für die eine andere Klimapolitik vom Kampf gegen das globale Ausbeutungsgefälle nicht getrennt werden kann. An die AktivistInnen ungezählter sozialer Initiativen, denen die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse immer auch eine Frage der alltäglichen Lebensweisen ist. An diejenigen in der Partei DIE LINKE, die sich von der Bewegung auf der Straße nicht trennen lassen und für die Politik deshalb im Sprung auf 13%+x nicht aufgeht. An alle, die auf der Suche nach einer kollektiven Form für ihre rebellischen Wünsche nach einer ganz anderen Welt sind. Eröffnen wir gemeinsam eine Debatte um die „K-Frage“: eine Debatte über Krise, Krieg, Klimawandel, Kapitalismus – über ein kommunistisches Danach und die Kämpfe, in denen es Gestalt annimmt.
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    Samstag 15.11. Diskurs is nich!

    Am Samstag den 15.11 gibts wieder eine antifaschistische Demonstration gegen die Burschenschaft Germania und deren Veranstaltung Marburger Diskurs.

    Treffpunkt ist um 11h am Hörsaalgebäude

    Am Samstag, den 15.11.2008 veranstaltet die Marburger Burschenschaft Germania wieder einmal den so genannten „Marburger Diskurs“. Der Marburger Diskurs stellt eine Tagesveranstaltung dar, zu der die Germania einmal im Jahr Redner des rechten Spektrums einlädt. In diesem Rahmen wurde z.B. über den zweiten Weltkrieg diskutiert, wobei in klassischer geschichtsrevisionistischer Art die alleinige Kriegsschuld Deutschlands in Frage gestellt wurde.
    Zum einen macht der Marburger Diskurs die extrem rechte Gesinnung der Burschenschaft Germania ein ums andere Mal deutlich, zum anderen fungiert ein solcher intellektueller Austausch als gutes Beispiel für die Scharnierfunktion von Konservatismus zu extrem rechten Inhalten.

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    Die Finanzkrise [Ursachen, Auswirkungen, Antworten.]

    Passend zum Thema: Die K-Frage stellen!

    Eine Veranstaltung von AgF, Linke Fachschaft 03 und Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t.
    unterstützt von DGB Mittelhessen

    Die Finanzkrise [Ursachen, Auswirkungen, Antworten.]

    --- Achtung! Geänderter Termin jetzt am 18.11.---

    Was vor über einem Jahr auf dem us-amerikanischen Immobilienmarkt begann und damals noch Subprimekrise hieß, hat sich mittlerweile zur größten Finanzkrise seit 1929 ausgeweitet. Dramatische Meldungen über kollabierende Banken und Versicherungen, einbrechende Aktienmärkte und eine Vertrauenskrise unter den MarktteilnehmerInnen erreichen uns beinahe täglich. Angesichts scharfer Warnungen vor dem drohenden „Zusammenbruch des europäischen Zahlungsverkehrs“, ja der „finanziellen Kernschmelze“, macht sich latentes Unbehagen breit.
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    Die K-Frage stellen!

    Die Interventionistische Linke zur Krise des Kapitalismus und den Perspektiven der Transformation

    An die Linke von Heiligendamm. An alle GenossInnen, denen die Kritik des herrschenden Elends immer auch eine Frage der praktischen Intervention ist. An die Gewerkschaftsaktivist/innen, deren Projekt sich im Kampf um 8% mehr Lohn nicht erschöpft. An alle, für die eine andere Klimapolitik vom Kampf gegen das globale Ausbeutungsgefälle nicht getrennt werden kann. An die Aktivist/innen ungezählter sozialer Initiativen, denen die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse immer auch eine Frage der alltäglichen Lebensweisen ist. An diejenigen in der Partei DIE LINKE, die sich von der Bewegung auf der Straße nicht trennen lassen und für die Politik deshalb im Sprung auf 13%+x nicht aufgeht. An alle, die auf der Suche nach einer kollektiven Form für ihre rebellischen Wünsche nach einer ganz anderen Welt sind:

    Eröffnen wir gemeinsam eine Debatte um die „K-Frage“: eine Debatte über Krise, Krieg, Klimawandel, Kapitalismus – und über ein kommunistisches Danach.

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    Klima Hearing

    Mobilisierungsveranstaltung zum Klima-Camp
    ::: Sonntag, 20. Juli 2008, 18.00-21.00h Waggonhalle :::

    Den kompletten Ankündigungstext gibt es hier: Klima Hearing

    Zeitplan

  • 18:00 Uhr
    Soziale und ethnische Dimensionen einer ökologischen Krise (Tadzio Müller)

    Tadzio Müller, Redakteur der internationalen globalisierungskritischen Zeitung Turbulence, wird sich aus der Perspektive kritischer Wissenschaft den Folgen des Klimawandels zuwenden. Sein Schwerpunkt wird dabei in der Verbindung ökologischer und sozialer Problemlagen liegen.
  • 19.00 Uhr Pause
  • 19.15 Uhr
    Der Frankfurter Flughafen als Drehkreuz globaler Ökonomie (Michael Wilk)

    Michael Wilk vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Wiesbaden analysiert aus politökonomischer Perspektive die Expansion des Flugverkehrs am Beispiel des Frankfurter Flughafens, der eine der zentralen Drehscheiben der heutigen globalen Ökonomie darstellt. Der AKU engagiert sich seit fast 30 Jahren gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens.
  • 20.00 Uhr Pause
  • 20.15 Uhr: Das Klimacamp (Alexis Passadakis)
    Alexis J. Passadakis vom Attac-Koordinierungskreis engagiert sich in der Vorbereitung des Camps in Hamburg und wird die Ziele des Klimacamps und die Gründe der Zusammenarbeit der Camp-Projekte Anti-Rassismus und Klima und geplante Aktionen vorstellen.
  • Damit wir die Fahrtkosten der Referenten und die Raummiete nicht alleine tragen müssen, bitten wir alle TeilnehmerInnen um eine Spende von 2 Euro.

    Macht’s gut und danke für den Fisch

    Die Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t. tritt dieses Jahr nicht zu den Wahlen zum Studierendenparlament (StuPa) an. Die Beteiligung an StuPa und AStA war für uns ohnehin nie ein Selbstzweck — ParlamentarierIn spielen, weil’s so aufregend ist oder den Lebenslauf so schön aufplustert war nie unser Anliegen, und so haben wir uns jedes Jahr aufs Neue die Frage vorgelegt: Lohnt sich das? Können wir erwarten, dass sich die nicht immer spaßigen Mühen von Wahlkampf, Koalitionsbildung und AStA-Tagesgeschäft in einem ernstzunehmenden politischen Ertrag niederschlagen, oder konzentrieren wir uns lieber auf anderes? Diesmal haben wir uns für letzteres entschieden.
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    Textsammlung zur offenen Arbeitskonferenz


    von: http://www.akweb.de//ak_s/ak526/reader.htm

    Zur Vorbereitung auf die Arbeitskonferenz legen wir hier eine von der ak-Redaktion zusammengestellte Auswahl von Texten vor, die entweder selbst aus den Reihen der IL stammen oder sich mit ihr beschäftigen. Sie umfassen den Zeitraum von 2004 bis heute, bieten Einblicke in die Anfänge dieses Projekts, resümieren das Agieren der IL vor, während und nach Heiligendamm und streifen die Frage, wie eine interventionistische Politik heute aussehen muss und vor welchen Herausforderungen sie steht.

    download Reader

    Flyer zur 2. Offenen Arbeitskonferenz

    Hier das neue Banner:

    Hier der neue Flyer:

    Flyer zur 2. Offenen Arbeitskonferenz

    Info: Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Das könnt ihr hier tun: Anmeldung

    Fürs Leben lernen

    Unseren Beitrag zur Hilfkraftinitiative an der Uni Marburg findet ihr hier: Hilfskraftflyer

    Diskurs is nich!

    UPDATE#2: Wegen diverser Wahlkampfstände musste der Auftaktsort vom Heumarkt auf die Hofstatt unterhalb der Sparkasse/Heumarkt verschoben werden. 11h bleibt als Beginn.
    Mittlerweile zeichnet sich ab, dass Dr. Thorsten Lange und Dr. Dr. Thor von Waldstein die Referenten sein werden.
    Es war wohl die Absicht der Germania dies geheimzuhalten. Jedoch wird im Internet und in der Jungen Freiheit mit genau ihren angekündigten Themen geworben. Vermutlich veröffentlichte das Portal der Deutschen Burschenschaft www.burschenschaft.de die Namen zu schnell und die Germania veranlasste es die Namen wieder zu streichen.

    UPDATE: Angeblich haben die Referenten für den Diskurs abgesagt. Der Diskurs wird aber entweder mit den angekündigten oder mit anderen Referenten trotzdem stattfinden. Die Demonstration wird auf jeden Fall stattfinden.

    Demonstration am Samstag, 26.1.2008
    11h Heumarkt (Nähe Marktplatz)

    Diskurs is nich!
    Rechte Propaganda stoppen
    Deutsche Burschenschaft dichtmachen

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    Erste Infos der Hilfskraftinitiative ….

    findet ihr hier:

    http://hilfskraftinitiative.blogsport.de/

    Das nächste Treffen der Hilfskraftinitiative zur Planung des weiteren Vorgehens findet am Montag, 17.12.07, um 13 Uhr im Hörsaalgebäude (Biegenstraße) statt. Der genaue Raum wird bald bekannt gegeben. Wer sich aktiv einbringen möchte, ist herzlich willkommen

    Bereits 2004 erschienen ist die Studie “Man muss es sich leisten können…”, in der die Situation von studentischen Hilfskräften in Marburg untersucht wird. Das pdf gibts hier: http://www.gew.de/Binaries/Binary27477/Hiwistudie_Marburg2004.pdf

    Hallo Marburg! sagt die (radikale) Linke

    :::Welcome to the jungle, we have fun and games

    Das Wintersemester hat begonnen und parallel zum Beginn des Semesters und des Studiums der gerade im Uni-Dschungel gestrandeten Neu-StudentInnen, vulgo Ersties, werden auch die Mensatische wieder bunter. In Hochglanz kommen sie daher, die Broschüren der zahlreichen parteipolitischen Hochschulgruppen. In bunten Farben stellt sich das immer noch relativ aktive Milieu der Marburger Hochschulpolitik vor – wenn auch in autistischen Formen wie im Fall des RCDS: „Uni macht man nicht mit links“. Die Wurstbanden aus der Lutherstraße laden dazu ein, in die Welt des deutschen Burschenschafters einzutauchen und „Marburg neu zu sehen und zu erleben“ – viel Spaß auf der weiteren Reise mit der deutschnationalen Brille. Jeder wie er/sie es verdient! Mit diesem Blättchen wollen wir, die Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t., zeigen, dass Marburg politisch mehr zu bieten hat als die hinterwäldlerische Kameraden-Community des Deutschen Burschenschafters. Hier also einige Informationen wer wir sind und was wir tun.

    :::Don‘t look back in anger

    Seit 2000 arbeitet die Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t, entstanden als Spätfolge des bundesweiten StudentInnenstreiks 1997/98, im Marburger Hochschulmilieu an der Ausbreitung kritischer Theorie und Praxis. Inzwischen engagieren sich Studierende, Promovierende, Erwerbslose und Beschäftigte im Rahmen unserer Gruppe für linke und emanzipatorische Politik. Ursprünglich stark in der Hochschule verankert – und somit mit Hochschulpolitik befasst – intervenieren wir mittlerweile auch in andere politische Felder wie der globalisierungskritischen Bewegung oder sozialen Kämpfen von ArbeiterInnen und Erwerbslosen. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Gruppe liegt in der antifaschistischen Arbeit. Hier haben wir uns in der Vergangenheit vor allem mit studentischen Verbindungen auseinandergesetzt und deren antiegalitäre und männerbündische Verfasstheit kritisiert.
    Da wir eine Gruppe akademisch geprägter Linker sind und waren, engagierten uns in der Vergangenheit hauptsächlich gegen den Umbau der Hochschule zum ausbildenden Dienstleistungsunternehmen, wie er beispielsweise in der Stärkung des Präsidiums auf Kosten der demokratischen Institutionen der Hochschule, der Einführung modularisierter Studiengänge (Bachelor/Master) und schließlich in der Einführung von allgemeinen Studiengebühren erkennbar wird. An den verschiedenen von StudentInnen, UniversitätsmitarbeiterInnen und Gewerkschaften geführten Protesten haben wir uns stets beteiligt, so u.a. am StudentInnenstreik 2003, den Protesten gegen die Einführung allgemeiner Studiengebühren der letzten Jahre in Hessen oder (im Rahmen des damaligen AStA) der Verfassungsklage gegen diese. Zudem haben wir in den vergangenen vier Jahren als Teil der Koalition das Beratungsangebot und die Politik des AStA getragen.

    :::They want you lonely and silent
    Unser Schwerpunkt der Hochschulpolitik liegt und lag darin, die Situation von Studentinnen und Studenten nicht isoliert zu betrachten, sondern als Betroffene eines alle Bereiche der Gesellschaft umfassenden Programms der Verschärfung von Wettbewerbs- und Konkurrenzdruck. Es geht uns darum die Gemeinsamkeiten mit anderen sozialen Protesten gegen diese Phänomene aufzuzeigen.
    Der Umbau der Hochschule hin zu einem reinen Ausbildungsbetrieb, der nur noch berufliche Schlüsselqualifikationen vermittelt, ist Ergebnis eines solchen Programms im Wissenschafts- und Hochschulbildungssektor. Kritische Wissenschaft, die Kompetenzen zur Reflexion der eigenen Involviertheit der AkademikerInnen in Herrschaftsmechanismen vermittelte, wurde in den letzten Jahren fast überall verdrängt – am deutlichsten zeigt sich das in den einschneidenden Veränderungen am Institut für Politikwissenschaft, deren Gipfel die Streichung der Nachfolge-Professur von Frank Deppe ist. Diese Folgen eines konservativen und wirtschaftsliberalen Umbaus machen eine Veränderung von Hochschulpolitik notwendig.
    Mangels einer Position gesellschaftskritischer Wissenschaft, die Solidarität Intellektueller herstellte, versuchen wir darauf hinzuweisen, dass die neoliberalen Angriffe auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche gleichzeitig stattfinden und hieraus die notwendige Solidarität zu begründen. Auch die hauptsächlich aus Mittelschichthaushalten stammenden AkademikerInnen befinden sich zunehmend in unsicheren Arbeits- und Lebensverhältnissen außerhalb sozialer Sicherungssysteme wieder. Wenn sie auch noch weit von der Armut am unteren Drittel der Gesellschaft entfernt sind, werden sie jedoch von der Angst vor Erwerbslosigkeit und gesellschaftlichem Abstieg erfasst. Unserer Meinung nach muss eine gesellschaftliche (radikale) Linke versuchen, die verschiedenen Widerstände in den verunsicherten Milieus in Kommunikation zu bringen und eine Solidarisierung dieser Kämpfe zu erreichen.

    :::vs. die Zurichtung durch die neoliberale Maschinerie
    Doch gerade der hochschulische Alltag ist vermehrt durch eine Entsolidarisierung geprägt. Höchstens die Partikularinteressen einzelner Berufs- oder Statusgruppe sind noch formulierbar, was sich in der Auseinandersetzung einzelner Fachbereiche oder Institute um das viel zu knappe Geld ausdrückt. Die Entsolidarisierung setzt sich jedoch auch zwischen StudentInnen etwa in der Konkurrenz um Seminarplätze fort. Die Verschulung der Universität führt mit vermehrten Prüfungen und Selektion nach dem Bachelorabschluss in ein akademisches Proletariat und die Master-Elite zu einer Zurichtung der AkademikerInnen zu willigen Arbeitskräften und Zersplitterung der Interessen dieser Gruppe. Der angestrebte Wettbewerb während des Studiums setzt Menschen in der gleichen Lebenssituation zueinander in Konkurrenz und fördert den Opportunismus der an der Hochschule ausgebildeten. Das individuelle Durchkommen und Anpassen erscheint zweckmäßiger als ein gemeinsames Lernen und der Kampf um sinnvollere Studienorganisation. Ähnlich – wenn auch nicht so drastisch – wie im Rahmen der Zurichtung von Erwerbslosen durch die Kontrollmechanismen der Erwerbslosenbürokratie sollen den Unternehmen und dem öffentlichen Dienst unterwerfungswillige Arbeitskräfte geliefert werden. Diese sollen sich mit den Zielen ihrer ArbeitgeberInnen identifizieren und aus eigenem Antrieb umsetzen.

    :::Kapitulation? Intervention!
    Wie gut die Identifizierung funktioniert, zeigt u.a. die relativ reibungslose Umsetzung der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe durch Sachbearbeiterinnen und pädagogische Kräfte in Wohlfahrtsverbänden, Arbeitsagentur und Jobcentern. Gerade weil AkademikerInnen an diesen Entwicklungen beteiligt sind und sie teilweise auch vorantreiben, unterstützten wir die Proteste gegen Hartz IV. Wir haben versucht mit anderen sozialen Gruppen solidarisch zu handeln. So haben wir gemeinsam mit der Erwerbsloseninitiative Marburg an der Kampagne „Agenturschluss“ teilgenommen, in der Arbeitsagenturen zur Einführung von Hartz IV besucht und blockiert werden sollten. Darüber hinaus versuchten wir StudentInnen für die Solidarität mit den Beschäftigten der Universitätsklinika Marburg und Gießen zu gewinnen, die von der hessischen Landesregierung – als „Leuchttürme“ für die weitere Privatisierung des Gesundheitssektors und anderer staatlicher Sektoren – an den Gesundheitskonzern Rhön verkauft wurden. Wir beteiligten uns deshalb an der BürgerInneninitiative „Rettet die Klinika“, Demonstrationen in Marburg und Gießen, dem Volksbegehren gegen die Privatisierung und organisierten eine Veranstaltungsreihe zu Privatisierungsbestrebungen im Gesundheitssystem.
    Der Weg unserer Politik heraus aus dem engen Fokus der Hochschulpolitik hat dazu geführt, dass wir zwar weiterhin an Kämpfen von StudentInnen teilnehmen, aber auch deren Lebenssituation jenseits der Hochschule in den Blick nehmen. StudentInnen zahlen nämlich nicht nur Studiengebühren und haben in der Hochschule immer mehr Leistungen zu erbringen, sondern werden auch noch im Supermarkt oder der Bahnhofsbuchhandlung als billige Arbeitskräfte ausgebeutet oder, wenn sie keinen deutschen Pass besitzen, von der Ausländerbehörde drangsaliert. Auch Akademikerinnen sind Ziele antifeministischer Kampagnen. Sie werden etwa im Rahmen der Debatte um den Rückgang der Geburtenrate zum Objekt einer neuen Geburtenkontrollpolitik. Mit der Forderung, dass sie mehr Kinder bekommen sollen, geht die Vorstellung einher, es könne sowohl die Geburtenrate stabilisiert werden, wie auch die Bildung der – dem akademischen Milieu entstammenden – Kinder gesichert werden. Die individuelle Entfaltung der Frauen interessiert dabei nicht. Diese bleibt in derartigen Vorstellungen allein ihren Partnern vorbehalten.

    …im Zentrum der letzten beiden Jahren stand

    …blocking g8…
    Wir haben uns an der Mobilisierung gegen den G8-Gipfel beteiligt und begreifen uns als Teil der globalisierungskritischen Bewegung, die in ihrer bundesrepublikanischen Ausprägung in Heiligendamm und Rostock zum ersten Mal sichtbar wurde. Gemeinsam mit umweltpolitischen, internationalistischen, linken und linksradikalen Gruppen haben wir das Marburger Bündnis gegen den G8-Gipfel gegründet und die lokale Mobilisierung getragen.

    …Interventionen gegen Zurichtungsmaßnahmen des Kapitals…
    Wir haben im Augenblick im Bereich soziale Kämpfe unseren inhaltlichen Schwerpunkt. Wir diskutieren derzeit über verschiedene Ansätze, die den Widerstand gegen Sozialabbau erneut aufleben lassen sollen. Ziel ist es, das Potential der globalisierungskritischen Bewegung auch in lokale Kämpfe einzubringen. Privatisierung und geistiges Eigentum etwa sind ebenso Themen die öffentliche Güter in der BRD betreffen wie in der so genannten Dritten Welt. Gesundheit, Pflege oder Wissen werden zu Marktpreisen gehandelt. Vom Zugang zu diesen Gütern werden sowohl hier wie auch international Menschen ausgeschlossen. Soziale Bewegungen müssen diesen Ausschluss sowohl global als auch lokal thematisieren. Allerdings beschäftigen uns jenseits dieser bundesweit oder in der Kommune stattfindenden Kämpfe um die öffentliche Infrastruktur auch die in den letzten Jahren wieder zunehmenden Streiks und Möglichkeiten diese zu unterstützen.

    …antifa action…
    Nicht nur, aber vor allem die Wahlerfolge der NPD und die Übergriffe von Neonazis zeigen, dass Antifaschismus die Geschäftsgrundlage linker Politik in Deutschland bleiben muss. Wir werden auch weiterhin antifaschistische Aktionen gegen die verschiedensten Manifestationen von Rassismus, Nationalismus und Deutschtümelei organisieren und mittragen – Ideologien, die auch bei vermeintlichen „Demokratinnen und Demokraten“ wieder salonfähig sind.

    Revolution ist kein Zuschauersport
    Bundesweit arbeiten wir seit der Mobilisierung gegen den G8-Gipfel in der Interventionistischen Linken (IL) mit. Da wir die Frage linker Organisierung seit Jahren diskutieren, erscheint uns die Konstitution eines neuen linken Akteurs eine Chance für einen Fortschritt linksradikaler Politik. In der Interventionistischen Linken haben sich verschiedene linksradikale Einzelpersonen und Gruppen zusammengeschlossen, um soziale Bewegungen wieder in die Offensive zu bringen: Die Lebensverhältnisse der Menschen in der BRD und weltweit sollen sich deutlich verbessern, Alternativen zur militärischen Interventionen ergründet und der sie begleitende Terror zurückgedrängt werden und utopische Projekte wieder gesucht werden. Dazu muss die Zersplitterung undogmatisch linker Gruppen und Projekte und die Bedeutungslosigkeit einer gesellschaftlichen Linken jenseits der Linkspartei überwunden werden.
    Der bundesweite Erfolg der Linkspartei zeigt zwar, dass die Kritik an Sozialabbau, Privatisierung und an der Unterordnung der Bedürfnisse der Erwerbslosen, Beschäftigten, StudentInnen, etc. unter den Standort D zugenommen hat, aber auch, dass die Hoffnung auf einen Stellvertreter der eigenen Bedürfnisse immer noch groß ist. Staatsgläubigkeit und die damit verbundene Vorstellung, gesellschaftliche Veränderungen müssten an die Politik delegiert werden, prägt immer noch große Teile der Bevölkerung. Die Erkenntnis, dass nur die eigene Tätigkeit die eigenen Interessen und Bedürfnisse zur Geltung bringen kann, scheint sich trotz der negativen Erfahrungen mit der SPD und den Grünen – das Absorption kritischer Ansätze durch den parlamentarischen Apparat – nicht durchgesetzt zu haben. Darin liegt auch unsere Skepsis gegenüber dem Hochschulverband der Linkspartei begründet. Unsere Perspektive dagegen ist die Formierung einer gesellschaftlichen Linken (mit einer radikalen Strömung), die verschiedene Kämpfe miteinander und linken Gruppen in Kontakt bringt und voneinander lernen lässt. Die Bedürfnisse der AktivistInnen dieser Bewegungen müssen von ihnen selbst durchgesetzt werden und nicht von einer sie repräsentierenden Organisation. Im Rahmen des noch in den Kinderschuhen steckenden Projektes der Interventionistischen Linken hoffen wir eine Praxis zu entwickeln, die die Autonomie der Kämpfe zur Voraussetzung hat und gleichzeitig grundlegende gesellschaftliche Veränderungen erneut realistisch werden lässt.

    In diesem Semester werden wir wieder verschiedenste Veranstaltungen organisieren und über die Möglichkeit, die widerständigen Protestformen der G8-Proteste in Marburg fortzusetzen, nachdenken. Haltet Ausschau nach weiteren Ankündigungen!
    Wenn ihr Ideen für Aktionen habt und nach Unterstützung sucht oder uns Anregungen für unsere politische Arbeit mitteilen wollt, freuen wir uns, wenn Ihr uns an Infoständen oder Aktionen ansprecht oder per e-mail kontaktiert. Natürlich könnt ihr auch bei uns mitarbeiten. Wenn ihr Interesse habt, schreibt uns eine e-mail und wir treffen uns mit euch, um zu sehen ob es menschlich und politisch passt.