Marburg went Düsseldorf

may of solidarity

Fight Racism and Sexism in globalised Care Work

Der Düsseldorfer Abschiebeflughafen ist ein Ort der zeigt wie sich die Festung Europa gegenüber Geflüchteten und Migrant_innen aus dem globalen Süden abschirmt.

Hier wird sichtbar, wie Menschen durch eine rassistische und neokoloniale Politik illegalisiert werden. Menschen ohne Papiere werden kriminalisiert und müssen mit Ausweisungen und Abschiebungen rechnen.

Eine Konsequenz davon ist, dass viele Menschen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung oft nur sehr prekären Arbeiten annehmen können. So zum Beispiel Care-Arbeiten, wie Putzen, Kindererziehung- und Betreuung oder Pflege.

Alles Arbeiten, die in unserer Gesellschaft permanent unsichtbar gemacht werden und nicht anerkannt werden. Durch die andauernde ungleiche Rollenverteilung, sind es vor allem Frauen*, die diesen Arbeiten nachgehen. Deutlich mehr als die Hälfte aller Care-Arbeiten werden in Deutschland von Migrantinnen verrichtet. In den letzten Jahrzehnten sind so globale Betreuungsketten entstanden. Diese verweisen auf eine andauernde Kolonialität in der globalen Arbeitsteilung, Wohlstandsgefälle und rassistische Ausbeutungsverhältnisse.

Durch die Sparpolitik der Troika hat sich diese Situation verschärft. Die Einschnitte in den Sozialsystemen werden im vermeintlich Privaten vor allem von Frauen* aufgefangen. Diese Krise ist damit also nicht geschlechterneutral, sondern verstärkt heterosexistische und patriarchale Geschlechterrollen.

Die europäische Migrationspolitik ermöglicht diese Verhältnisse nicht nur, sondern sichert diese auch ab, indem Protest und Widerstand gegen solche Arbeitsbedingungen extrem erschwert werden.

Und dennoch gibt es Menschen, die trotz der Repression gemeinsam Kritik formulieren und Widerstand organisieren, für gute Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle! Ende der 90er Jahre haben Haushalts-Arbeiter_innen beispielsweise das europaweite Netzwerk Respect gegründet, seit 2011 gibt es die Kampagne „Keine Lager für Frauen. Alle Lager abschaffen“ von women in exile.

Selbstorganisierte Gruppen wie Respect und women in exile setzen also an einem wichtigen Punkt an, der in unserer Gesellschaft verdrängt wird, aber auch in sozialen Bewegungen so gut wie keine größere Rolle spielt.

Deswegen schließen wir uns den Forderungen der Geflüchteten und der Care-Arbeiter_innen an:

Who Cares? We care!
Papiere für alle!
Kein Mensch ist illegal – Bleiberecht überall!!
Kolonialismus raus aus den Köpfen.
Für die Care Revolution!