Archiv für Januar 2013

Mit Trauer, Wut und Bestürzung

Erklärung der Interventionistischen Linken (iL) zu den Morden an 3 kurdischen Aktivistinnen in Paris am 09.01.2013

Mit Trauer, Wut und Bestürzung haben wir von den Morden an den 3 kurdischen Aktivistinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez am 09.Januar 2013 in Paris erfahren.

Wie auch die kurdischen Genoss_innen fordern wir die umgehende, lückenlose Aufklärung des Verbrechens.

Besondere Bedeutung bekommt die Tat, weil es ein Angriff auf die revolutionäre, kurdische Frauenbewegung darstellt, in der die 3 Frauen aktiv waren. Für den Prozess zum Frieden und zur Lösung der kurdischen Frage ist es ein schwerer Schlag, für die Demokratisierung der Gesellschaft und die Befreiung der Geschlechter ein noch größerer.

Wir verurteilen die fortgesetzte Praxis extralegaler Hinrichtungen von als „Terrorist_innen“ bezeichneten Menschen, nun auch mitten in Europa. Dies und die undifferenzierte Berichterstattung über dieses Thema zeigen die Grenzen des Modells „westliche Demokratie“ auf, welches gerade auch in die Nahost-Region und nach Kurdistan exportiert werden soll.

Nötig sind jedoch keine Patriot-Einheiten und andere Exportprodukte aus Europa, sondern eine Friedenslösung für die Region, die auf der Autonomie der Bevölkerung basiert. Genau hier waren die drei Frauen aktiv.
Trotz der Morde, trotz Waffenlieferungen, trotz Geheimdienstoperationen: Kurdistan wird frei sein. Keine Frage.
Hasta siempre compañeras!

In Solidarität,
Interventionistische Linke, Düsseldorf, 21.01.2013

Sachsen dreht Freistaat

Erklärung der Interventionistischen Linken (iL) zur Verurteilung des Genossen Tim in Dresden

Pünktlich einen Monat vor den antifaschistischen Blockade-Aktionen zum 13. Februar in Dresden versucht die sächsische Justiz Aktivist_innen einzuschüchtern und den Widerstand gegen Naziaufmärsche zu kriminalisieren. Richter Hlavka verurteilte den Antifaschisten Tim wegen vermeintlicher „Rädelsführerschaft bei besonders schwerem Landfriedensbruch“ ohne konkrete Beweise zu 22 Monaten Haft- ohne Bewährung. In dem politisch motivierte Urteil wird dem Aktivisten lediglich vorgeworfen Megafondurchsagen gemacht zu haben.

Die Sächsische Justiz knüpft damit an eine Geschichte von politisch motivierter Rechtsprechung gegen Anti-Nazi Aktivist_innen und das Bündnis Dresden nazifrei an. Die Geschichte dieser Repression ist aber auch eine Geschichte von gelebter Solidarität zahlreicher Antifaschist_innen: Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir lassen uns nicht in gute und böse Antifaschist_innen spalten und wir werden selbstverständlich auch weiterhin Naziaufmärsche blockieren! Wir sind solidarisch mit allen von der sächsischen Justiz verfolgten Antifaschist_innen, wir sind alle Dresden Nazifrei!

Die sprichwörtlich gewordene „Sächsische Demokratie“ treibt immer neue Blüten, nach Razzien wegen Plakaten, Funkzellenabfrage von über 250.000 Telefonen, IMSI-catcher und geheimdienstlicher Bespitzelung, Verfahren wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“, ist das Urteil gegen Tim ein neuer Versuch mit aller Gewalt Antifaschismus zu kriminalisieren.

Als Interventionistische Linke haben wir uns in den Bündnissen „No Pasaran“ und „Dresden nazifrei“ seit 2008 intensiv beteiligt. Durch eine spektrenübergreifende und vertrauensvolle Bündnispolitik, gut organisierte Massenblockaden und entschlossenes kollektives Handeln ist es gelungen den größten regelmäßigen Naziaufmarsch Europas zu verhindern und auch die Debatte um Legitimität von kollektiven Regelverstöße und Zivilem Ungehorsam zu verbreitern.
An diese Erfolge werden wir auch in Zukunft anknüpfen, wir werden weiterhin entschlossen Naziaufmärsche blockieren und jede Spaltung zurückweisen!

Wir sind alle Dresden nazifrei.
NoPasaran!


20. Januar 2013, interventionistische Linke (iL)

[siehe auch: http://www.dresden-nazifrei.com/]

Partykollektiv d.i.s.s.i.d.e.n.t. feiert Elektrosause

Am Freitag den 25.1. wollen wir mit euch im Cafe Trauma im G-Werk feiern und tanzen. Deshalb spielen wir für euch [Techno][Minimal][Techhouse] bei unserer Soli-Party. Wir benötigen Geld zur Deckung von Kosten, die uns aufgrund laufender Repression im Zuge der Castor- und Blockupy-Proteste entstanden sind. Außerdem werden wir Frankfurt Ende Mai wie bereits letztes Jahr dicht machen, um so erneut ein entschlossenes und direktes Zeichen gegen die autoritäre Krisenpolitik und gegen das dazugehörige kapitalistische System zu setzen. Deshalb feiern wir am Freitag zu den Plattentellern – Ihr seid wie Immer eingeladen euch nicht nur beim Tanzen einzubringen! It’s not my revolution if I can‘t dance!

Außerdem: Nazis, Burschen, Rassist_innen, Sexist_innen: Bleibt zu Hause und denkt über euer Leben nach.

Krisenbündnis Marburg: Auftakttreffen für 2013

Liebe Freundinnen und Freunde,

für das Frühjahr 2013 sind bereits einige Aktionen geplant, wie ein Blockupy 2.0.

Auch hier in Marburg möchten wir vereint gegen die Krise kämpfen und unseren Protest mit einer großen Demonstration, die verschiedenste Ausprägungen der Krise vereinen soll, auf die Straße tragen. Des weiteren können wir eine solche Demonstration als Beginn einer Mobilisierungs- und Vorbereitungsphase für Blockupy 2.0 nutzen.

Deshalb lädt euch das Krisenbündnis aus den verschiedensten Zusammenhängen, Gruppen und Organisationen ein, gemeinsam an der Planung einer großen Demonstration in Marburg mitzuwirken. Bringt eure Erfahrungen und Perspektiven auf die Krise ein, lasst uns gemeinsam diskutieren und unsere Schwerpunkte zusammenführen. Lasst uns gemeinsam in Marburg auf eine globale Krise aufmerksam machen und im Frühjahr nach Frankfurt fahren, um dort weiter zu machen!

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit euch bei dem nächsten Treffen des Krisenbündnis!

Wann? Am 14.01.2013 um 20h

Wo? Im DGB Haus (Bahnhofsstr. 6)

Solidarische Grüße, das Krisenbündnis

United we stand!

After multiple house searches, arrests and house arrests in Rome and Milan in November 2012, yet again on Monday morning at least 13 students and activists from Padova have been affected by state repression. This repression must be seen as an answer to the european mobilization for the general strike on November 14, where thousands of people in numerous italian cities marched against those responsible for crisis – the governments and banks. This is a new wave of repression against those parts of the movement, that were able to break the silence in italian society this past autumn. In Padova, as in many other cities in Italy and Europe, thousands of students, workers and people living in precarious conditions filled the streets with noise, courage and anger.

The violence of the police on that day and the present repression are evidence of the incapacity of the state towards unfaltering motions striving for freedom of movement, living space and free education and which are struggling against authoritarian crisis policy. We declare our solidarity with our italian comrades and friends, because your struggle is ours as well! Against austerity we set our transnational solidarity and our vision of a society free of domination! Liber* tutt* – freedom for our friends and comrades!

Interventionistische Linke, 08.01.2013

Feministische Kämpfe in Indien

Weil es gerade stark im öffentlichen Diskurs ist (z.B. hier und hier in der Tagesschau), kurz ein paar informative Links zur weiteren Information über die gerade stattfindenden feministischen Kämpfe in Indien. Leider kommen ja in den hiesigen Medien hauptsächlich die Forderungen nach Strafverschärfungen vor – dass es um sehr viel mehr geht zeigt das Interview mit Arundhati Roy sowie die Links.

- Indisches Nachrichtenportal mit Sonderseite zu Vergewaltigungen
- Kritisches indisches Portal mit vielen Texten indischer Autorinnen
- Women against sexual violence and state repression: hauptsächlich in ländlich geprägten Bundesstaaten Indiens aktives politisches Netzwerk

Against patriarchy, pro feminist struggles! Now and everywhere!!

PS: Leider konnten wir den Link zum Video der indischen Feministin nicht mehr finden, die die Forderung nach Strafverschärfung als kontraproduktiv bewertete und einen breiten gesellschaftlichen Diskurs über Gewalt, Patriarchat und Kapitalismus forderte. Wir freuen uns über Hinweise, z.B. per Kommentar.