Archiv für Juni 2012

Bildungsfest 2012

Wir beteiligen uns mit zwei Veranstaltungen am diesjährigen Marburger Bildungsfest

15.06. um 19 Uhr: Blockupy Frankfurt – Ein Erfolg?

Die FAZ titelte nach Blockupy: „Abgetaucht. Frankfurt ist das Reich der Banker. An diesem Wochenende mussten sie es räumen – zum allerersten Mal. Das tut weh.“ Unser Sieg in ihren Worten? Was hat Blockupy gebracht? Was haben wir wirklich erreicht? Was waren unsere Schwächen, was die aufscheinenden Perspektiven? Wie können wir Blockupy zum Anfang machen, und was wäre die Fortsetzung?
Wir wollen gern mit euch Bilanz ziehen, diskutieren, welche Schlüsse wir aus den Protesttagen in Frankfurt ziehen können, welche Fragen sich stellen und wie es weitergehen kann.

16.06. um 16 Uhr: Vergesellschaftung: Wohn- und Lebensräume für alle!

In Marburg steigen die Mietpreise seit Jahren unaufhörlich. Ein kleines Studi-WG-Zimmer ist mittlerweile kaum noch unter 300 Euro zu haben. Und Wohnraum wird auch insgesamt knapper, davon zeugen die jedes Jahr anwachsenden Not-Bettenlager zu Semesterbeginn. Familien oder Menschen mit niedrigem Einkommen haben sich ohnehin schon in die Außenbezirke der Stadt oder in die umliegenden Dörfer „verzogen“.
Eine Möglichkeit, steigende Mieten und die Verdrängung von einkommenschwachen MieterInnen zu stoppen, ist die Forderung, den vorhandenen Wohnraum zu vergesellschaften. Dies wollen wir mit euch diskutieren und gemeinsam Perspektiven für eine menschenwürdige, bedürfnisgerechte Organisierung von Wohnraum in Marburg zu entwerfen, frei nach dem Motto: Besetzen, bewohnen, vergesellschaften!

Außerdem könnt ihr uns am Sonntag, 17.06. auf dem Markt der Möglichkeiten treffen. Das ganze Programm des Bildungsfestes findet ihr hier

11.06. Petra Roths Abschied vermiesen

Am nächsten Montag nimmt Petra Roth, langjährige Bürgermeisterin eines angeblich so liberalen und weltoffenen Frankfurts, ihren Abschied. Grund für uns, ihr nochmal unsere Meinung zur Versammlungsverboten und Verhaftungen während der Blockupy-Aktionstage zu sagen.

Wer uns begleiten möchte, wir fahren um 13.35 mit dem Regionalexpress.

PS: „»Das wird ein trauriges Bild abgeben – vor allem dann, wenn tatsächlich gewaltbereite Chaoten ausgerechnet vor der Paulskirche, der Symbolstätte unserer Demokratie, aufmarschieren«, kritisierte Helmut Heuser, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer.“ – vielleicht sogar ähnlich traurig wie kürzlich, als schon einmal gewaltbereiten Chaoten in schwarz auf dem Paulsplatz aufmarschierten!?

Blockupy Nachtrag: Goldene Kamera für Maredo-Geschäftsführer

turn*left Frankfurt berichtet über unsere gemeinsam mit der Linkspartei im Rahmen der Blockupy-Aktionstage organisierte Verleihung der Goldenen Kamera. Diese wurde dem Geschäftsführer des Maredo-Restaurants in der Fressgass‘ für seine „herausragende Bekämpfung der Rechte von Arbeiter_innen“ überreicht.

„Ein rundum gelungenes Social Event mit Starauftritt der Restaurantleitung, einer flammenden Laudatio und nicht zuletzt einer wunderbaren Law&Order Performance der anwesenden Polizei.“ – dem können wir uns nur voll und ganz anschließen!

Bericht
Die Laudatio:

Weiteres zur Maredo-Soli: blogsport, facebook

David Graeber-Lesekreis: „Schulden. Die ersten 5000 Jahre“

Hell Yeah,
Got to get this paper,
I‘m down for the caper,
We steady on the grind!
(dead prez)

Die Blockupy-Aktionstage sind mit einer beeindruckenden Demonstration zu Ende gegangen und haben uns mit ihrem teilweisen Erfolg Mut gemacht, dass eine gemeinsame, antikapitalistische Antwort auf die Krise auch in Deutschland möglich ist. Aber zu jeder erfolgreichen Praxis gehört auch eine rebellische Theorie. Daher laden wir alle Interessierten ein, mit uns David Graebers „Schulden. Die ersten 5000 Jahre zu lesen“.
David Graeber ist intellektueller Mitbegründer der Occupy-Bewegung und Anarchist, und lehrt derzeit als Ethnologe in London. In seinem neuen Buch wirft er einen „befreienden“ (FAS) Blick auf die Wurzeln der Schuldenkrise. Schulden sind für ihn ein moralisches Prinzip, das nur die Macht der Herrschenden stützt.
Wir wollen uns mit seiner Kapitalismuskritik beschäftigen und uns die Frage stellen, ob und wenn ja welche Praxis davon ausgehend entwickelt werden kann. Wir freuen uns auf interessante Diskussionen mit euch!
Erstes Treffen:
Donnerstag, 07. Juni, 19 Uhr im Bettenhaus (Emil-Mannkopfstraße 6)
Die Kopiervorlage findet ihr in der Pol-Bib, den Text der ersten Sitzung auch hier.