Archiv für Mai 2012

Italienische Perspektive auf Blockupy

Ein Beitrag von Francesco Raparelli zu den Blockupy-Aktionstagen, ursprünglich auf der italienischen Seite Global Project erschienen, liegt jetzt auf deutsch vor: Der „stählerne Käfig“ und das antikapitalistische Gespenst. Viel Spaß beim Lesen!

Copupy Frankfurt – They did it!

FAZ, 20.05.2012:

„Frankfurt ist das Reich der Banker. An diesem Wochenende mussten sie es räumen – zum allerersten Mal. Das tut weh!“

Vier aufwühlende und anstrengende Tage liegen hinter uns. Vier Tage, in denen ein entfesselter Sicherheitsstaat sein hässliches Gesicht zeigte: Tausende Stadtverbote, hunderte Ingewahrsamsnahmen, willkürliche Durchsuchungen und Kontrollen in der ganzen Stadt und auf der Anreise sprachen eine deutliche Sprache. Die temporäre Aufhebung der Versammlungsfreiheit stellte uns vor ungeahnte Aufgaben und verhinderte Vieles. Und dennoch blicken wir mit einem guten Gefühl auf die vergangenen vier Tage zurück: Wir waren trotz Verbot da – und in der Stadt ging dank der tätigen Mithilfe der Polizei nichts mehr! Der Normalbetrieb war für einige Tage ausgesetzt, während die Provokationsstrategie von Stadt und Polizei ins Leere lief. Mit vielen Freundinnen und Freunden aus Europa und darüber hinaus konnten wir uns verständigen, Erfahrungen des gemeinsamen Widerstandes sammeln. Und mit einer großen, stimmungsvollen und entschlossenen Demonstration konnten wir unsere Inhalte nach Frankfurt, in eines der Zentren der autoritären Sparpolitik, tragen und Kraft für die anstehenden Auseinandersetzungen sammeln.

Das war erst der Anfang! Ihr werdet von uns hören!

Bis dahin sagen wir Danke! Thanx! ευχαριστώ! Grazie! Merci! ¡Gracias! allen Menschen, die mit uns in Frankfurt waren, den lokalen Strukturen & Zentren, dem EA, den Sanis, den Häusern, den Autofahrer_innen, Schlafplatzanbieter_innen, Vokühelfer_innen und allen die sonst noch geholfen, spontan eingesprungen und die Proteste somit möglich gemacht haben! Vielen, vielen Dank!

Blockupy Frankfurt: Versprochen, gehalten? (Erklärung der Interventionistischen Linken)

Kleine Presseschau:
FR: Spottgesänge für die Polizei
Financial Times: Die Ruhe vor dem Turm
FR: Kostümierter Protest
taz: Frohsinn schlägt Härte
taz: Ein fatales Signal
Neues Deutschland: „Alles gegeben, alles gewonnen“
Spiegel: Rave gegen das System
ZDF Heute: Blockupy Frankfurt (17.05.2012)
Hessenschau: Busse gestoppt

PS:
hr-online:

Joachim Stoll, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands, sprach von Einbußen in Höhe von zehn Millionen Euro allein am Samstag. Die Läden hätten an diesem Tag nur 40 bis 85 Prozent ihres normalen Geschäfts gemacht. Auch am Freitag und am Mittwoch seien die Umsätze schwach gewesen, sagte Stoll.

Protest lässt sich nicht verbieten – Let’s Blockupy Frankfurt!

Die Stadt Frankfurt möchte Blockupy verbieten und gibt damit ein Musterbeispiel, wie die Sparpolitik autoritär durchgesetzt werden soll. Wir sind optimistisch, dass das Verbot vor Gericht keinen Bestand hat. So oder so aber macht es deutlich: Protest gegen Kürzungen und Entdemokratisierung ist jetzt nötiger denn je! Bitte unterzeichnet die Protestnote - und kommt mit uns nach Frankfurt!

Außerdem möchten wir noch einmal auf zwei Veranstaltungen zur Vorbereitung hinweisen:

Am Freitag werden AktivistInnen aus Griechenland, Italien und Spanien nach Marburg kommen, um darüber zu berichten, welche Folgen die Krise und die Sparpolitik in ihren Ländern haben, aber auch, welche Erfahrungen sie mit kollektivem Widerstand gesammelt haben und welche Perspektiven sie für eine solidarische Gesellschaft sehen. Kommt und diskutiert mit: 11. Mai, Hörsaal im CNMS (Deutschhausstraße 12), 20 Uhr.
FB-Event

Am Dienstag darauf, direkt vor den Blockupy-Aktionstagen, treffen wir uns noch einmal, um uns gemeinsam auf die Proteste vorzubereiten. Zu Beginn wird es einen kurzen Überblick über letzte Neuigkeiten und Entwicklungen geben. Danach soll weiter überlegt werden, wie ein gemeinsames Camp für AktivistInnen aus Marburg aussehen kann, bei welchen Aktionen vor Ort ein gemeinsames Vorgehen gewünscht ist und welche Aufgaben wir in Frankfurt übernehmen können, um zum Gelingen der Proteste beizutragen. Auch das Bilden von Bezugsgruppen und eine kurze Übersicht über die eigenen Rechte als DemonstrantIn beim Umgang mit der Polizei sind möglich, falls gewünscht. Darüber hinaus steht natürlich der Raum offen für Fragen und Ergänzungen. Falls ihr bereits eine Bezugsgruppe habt, mit der ihr nach Frankfurt fahrt, sprecht euch bitte möglichst vorher schon ab, an welchem Finger ihr beispielweise bei den Blockaden teilnehmen möchtet, wo eure Grenzen liegen, etc. 15. Mai, DGB-Haus (Bahnhofstraße 6), 18 Uhr.
FB-Event

Eine Übersicht über die geplanten Aktionen und einige der thematischen Finger findet ihr auf blockupy-frankfurt.org/ unter action days.

Blockupy Mobivideo