Archiv für November 2010

„Caring For Communism“ – Workshop zu Arbeit und Reproduktion beim …umsGanze!-Kongress

| Samstag, 4.12.2010 | 12.30h – 14.00h | Workshop-Phase II |
| Workshop: „Arbeit und Reproduktion“ mit Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t. |

Die Weltwirtschaftskrise offenbart eine tiefgehende Störung der kapitalistischen Produktionsweise und ihres gegenwärtigen Akkumulationregimes. Dass mit der unmittelbaren Produktionssphäre auch eine spezifische Reproduktionsphäre verbunden ist, wird in der radikalen Linken zwar kaum geleugnet, doch findet dieser Aspekt der kapitalistischen Verwertung menschlichen Lebens kaum Eingang in die eigene kritische Analyse. Dabei ist es gerade diese Sphärentrennung, die noch immer unabdingbar für den Produktionsablauf ist. Wir denken deshalb, dass Lohnarbeit nur im Zusammenhang mit reproduktiver Arbeit gültig zu analysieren ist. Die gegenwärtige Krise verdeutlicht auch eine Reproduktionskrise, und wirft die Frage nach einer radikalen gesellschaftlichen Neuorganisation anhand menschlicher Bedürfnisse auf. Eine Kapitalismuskritik, der es ums Ganze geht, darf nicht blind sein für das Verhältnis von Geschlecht und (Re-)Produktion, das sämtliche Sphären der bürgerlichen Gesellschaft – wie auch Nationalstaat und Recht – durchdringt. Ohne eine kritische Analyse dieses Verhältnisses kann eine kommunistische Gesellschaft nicht gedacht und erst recht nicht möglich gemacht werden.

Videos und Berichte zu „Castor? Schottern!“

Im Wendland dauern die Proteste gegen den Castor-Transport an: Durch eine Vielzahl verschiedener Aktionen konnte der Zug immer wieder gestoppt und verzögert werden und ist immer noch nicht in Gorleben angekommen. Bereits jetzt dauert der Transport länger als alle vorherigen und ein Ende ist nicht in Sicht. Auch wir beteiligen uns weiter an den Protesten. Denn einem Wirtschaftssystem, in dem die Gesundheit aller weniger gilt als die Profitinteressen einer kleinen Gruppe und einem Staat, der diese Profitinteressen rücksichtslos durchsetzt, sagen wir den Kampf an!

Unser Fokus lag dabei auf der bundesweiten Kampagne „Castor? Schottern!“, an deren Aktion am vergangenen Sonntag über 4.000 Menschen teilnahmen, um gemeinsam die Gleise vom Schotter zu befreien. Durch die Entschlossenheit und die gute Vorbereitung aller Beteiligten ist es uns dabei an mehreren Stellen gelungen, auf die Castor-Schiene zu kommen und diese zu beschädigen. Vielen Dank dafür an alle, ihr wart super!
Dies gilt vor allem in Anbetracht der massiven Gewaltexzesse von Polizeiseite. Insgesamt wurden durch den vollkommen enthemmten Polizeiapparat mehr als 1000 Menschen verletzt. Allen verletzten GenossInnen wünschen wir viel Kraft und Gesundheit, lasst euch nicht unterkriegen!
Nach dem Ende der Proteste gegen den diesjährigen Castor-Transport wird es wichtig sein, die gemachten Erfahrungen auszuwerten, um an die Erfolge anknüpfen und Schwächen verbessern zu können. Bis dahin haben wir einige Videos und Berichte über die Aktion „Castor? Schottern!“ aus verschiedenen Medien zusammengestellt.

Berichte
taz: Massenhafte Selbstermächtigung
Spiegel Online: „Atomtransport ins Chaos“

Videos
Spiegel TV: Castor 2010: Kampf um Castor-Strecke

Leftvision: „Castor schottern“ und die Anti-Atom Proteste am 6/7.11.2010

graswurzel.tv: Polizeigewalt bei Castor Schottern