Lesekreis: Einführung in die materialistische Staatskritik

Die Staatsfrage stellen oder den Staat in Frage stellen?

Diese Frage beschäftigt Linke auf der ganzen Welt seit Jahrhunderten. Wir wollen im Lesekreis eine fundierte Staatkritik entwickeln. Was ist die Funktion des Staates? Sollte er von außen kritisiert oder von innen verändert werden? Ist der Staat ein begrenztes Gebilde administrativer Institutionen oder eine Kraft die sich durch sämtliche Bereiche des Lebens zieht? Welche Rolle spielt der Staat bei der gesellschaftlichen Arbeitsteilung und der Aufrechterhaltung von Geschlechterungleichheiten? Was haben Nationalismus und Rassismus mit dem Staat zu tun? Ist der Staat, in den richtigen Händen, ein nützliches Mittel für positive Veränderungen oder besitzt er eine ihm eigene Logik, die jeden gut gemeinten Versuch der gesellschaftlichen Emanzipation zum Scheitern verurteilt?

Für uns sind diese Fragen brandaktuell, im Bezug auf die konkrete Strategie der Bildungsproteste etwa. Soll hier zusammen mit MinisterInnen und UnipräsidentInnen, VerteterInnen des Staates also, gegen Kürzungen und für eine solidarische Bildungspolitik gekämpft werden? Oder muss eine radikale Kritik am kapitalistischen Staat formuliert werden, die das staatliche Bildungssystem als Instrument der Selektion in nützliche Arbeitskräfte und „Überflüssige“ anprangert. Lässt sich vielleicht sogar beides verbinden?

Wir werden versuchen den Lesekreis so zu gestalten, dass keine großen Vorkenntnisse nötig sind. Das erste Treffen, bei dem die Textauswahl und die Termine des Lesekreises abgemacht werden sollen, ist am:

Donnerstag | 13. Mai | 18.30h | Foyer der Phil-Fak