Protest gegen die brutale Räumung der Unibesetzung in Frankfurt/Main!

Am vergangenen Montag wurde das Casino der Universität Frankfurt/Main von Studierenden und Lehrenden besetzt. Damit wollten sie sich einen Raum für kritische Bildung nehmen und ihren Forderungen für eine soziale und antidiskriminatorische Umgestaltung des Bildungswesens Nachdruck verleihen. Legitimiert wurde dieses Vorgehen im Vorfeld durch eine Vollversammlung der StudentInnen, in der sich eine große Mehrheit der Anwesenden für die Besetzung aussprach. Anstatt sich mit den berechtigten Forderungen der Protestierenden auseinanderzusetzen, schlug der Präsident der Uni, Werner Müller-Esterl, am Mittwoch jedoch ein Gesprächsangebot aus und entschied sich für eine gewaltsame Eskalation der Situation. Die besetzten Räume wurden daraufhin von der herbeigerufenen Polizei mit großer Brutalität geräumt. Fünf Studierende mussten im Krankenhaus mit Fingerbrüchen und anderen Verletzungen behandelt werden, außerdem berichten die AktivistInnen von rassistischen und sexistischen Übergriffen durch die Polizei. Präsident Müller-Esterl glaubt offenbar, dass er sich nicht mit den inhaltlichen Positionen der BesetzerInnen beschäftigen und Verbesserungen umsetzen muss, sondern den Protest unterdrücken kann. Dafür spricht, dass er Anzeigen wegen Hausfriedensbruch gegen die BesetzerInnen gestellt hat und mittlerweile sogar mit Exmatrikulation droht.

Mit dieser repressiven Linie wird Müller-Esterl jedoch keinen Erfolg haben! Die geräumten BesetzerInnen führen ihr alternatives Bildungsprogramm weiter und konnten bereits am Donnerstag-Abend ungefähr 1.000 Menschen zu einer spontanen Demonstration mobilisieren. Für den kommenden Montag rufen sie erneut zu einer Demonstration auf, die um 18.00 Uhr am Café KoZ starten wird und sich gegen die autoritäre Hochschule richtet.

Auch wir solidarisieren wir uns mit den Protestierenden in Frankfurt, denn die Räumung richtet sich gegen alle kritischen SchülerInnen, Studierenden und Lehrenden, die das Mittel der Besetzung als legitim erachten. „Nur“ einige sind direkt von Gewalt und juristischer Verfolgung betroffen, doch das Ziel ist die Einschüchterung aller, die sich für Verbesserungen im Bildungswesen und darüber hinaus einsetzen. Daher unterstützen wir das Frankfurter Protestplenum dabei, die Angriffe gemeinsam und entschlossen zurückzuweisen.

Video: ZeugInnen berichten von der Räumung:

Weitere Informationen findet ihr unter diesen Links:
Protestplenum Frankfurt
Zusammenfassung der Geschehnisse vom Frankfurter Protestplenum
Erklärung Frankfurter Lehrender
Artikel der Frankfurter Rundschau über die Räumung und Reaktionen darauf