Archiv für Mai 2009

Bella Italia vs. Die Angst vor dem Postfaschismus?

Havanna8: Bella Italia vs. Die Angst vor dem Postfaschismus?
Dass dem gesellschaftlichen Zustand, sowie der Verfassung der Bewegung in Italien seit dem Aufschwung der rechtsnationalistischen Regierung Berlusconis, und vor allem nach der Repression von Genua 2001 ein starker Schlag versetzt wurden ist, weiß man auch in Deutschland. (mehr…)

Colin Goldner „Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs“

Mittwoch, 03. Juni 2009 Colin Goldner „Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs“

”Goldners Studie ist Aufklärung im besten Sinne und eine von einem demokratischen Gesellschaftsbild geleitete, mit unbeirrbarer Akribie jede Behauptung mit Dokumenten untermauernde Geschichtsschreibung.” (Badische Zeitung)

Mi, 03.Juni 09, 20.00 Uhr TTZ, SoftwareCenter 3, Marburg.
Eintritt: € 5,- / erm. 3,- (AK)

Buchhandlung Roter Stern, Kulturelle Aktion Strömungen e.V., Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t.
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Video Special: Potentiality of Storming Heaven


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Eine 28minütige Dokumentation über die Aufstände in Griechenland Dezember 2008

Free Ale! Free Domenico!


Fotos von: Rete Studenti Milano

:::Still not loving capitalism:::

Während des G8 University Summit in Turin vom 18- 20. Mai 2009 gingen tausende von Studierende, Beschäftigte und Wissenschaftspersonal auf die Straße um gegen neoliberale Bildungsreformen und den G8, als vermeintliche Institution, welche meint die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen in aller Welt von oben entscheiden zu können, zu demonstrieren. Die Mobilisierung gegen den Gipfel trug ihre Kritik in die Straßen Turins und setzte sich zum Ziel diesen illegitimen Gipfel zu blockieren, zu verhindern, zu delegitimieren. Als die DemonstrantInnen den Gipfel belagern wollten, kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. An diesem Tag kam es zu 2 Inhafitierungen zweier Genossen Alessandro aus Milano und Domenico. Nach den ersten Vernehmungen nach 48h, wurde richterlich die Sicherheitsingewahrsamnahme bis zum Prozess beschlossen. Dies bedeutet für beide eine Haft auf bisher unbestimmte Zeit.
Wir werden uns nicht beruhigen bis wir sie draußen sehen werden!

Die Bewegung, welche am Dienstag, den 19. Mai in Turin sichtbar und hörbar war, hat entschieden sich nicht delegieren zu lassen, sie hat entschieden die ihrigen Rechte zu verteidigen, eine Kultur, eine Freiheit der Wissenschaft von Verwertungslogiken, für die Mitbestimmung. Dies alles trägt diese Bewegung tagtäglich in Universitäts- und Arbeitsleben und man entschied sich genau diese Ideen und Vorstellung gemeinsam diesem illegitimen G8 Treffen entgegenzustellen, welcher natürlich wie bekanntlich hinter Mauern, gesichert von Tausenden Polizisten mit RektorInnen und WirtschafsvertreterInnen stattfand. Abgeschirmt von genau denen, über deren Zukunft sie meinen entscheiden zu können und zu dürfen.
Ale ist einer von uns, ein Student, der das studieren liebt und verteidigt, der an die Möglichkeit glaubt, neue Orte für eine freie Wissenschaft schaffen zu können, der daran glaubt sich die Straßen zu nehmen, um laut seine Wut herausbrüllen zu können. Ale wurde festgenommen, weil wir unbequem und ungemütlich sind, weil wir viele Dinge zu sagen haben, weil wir viele Ideen haben und weil wir nicht ruhig zu stellen sind!

Wir werden nicht ruhig sein, bis Ale und Domenico frei sein werden!In diesen herrschaftlichen Gesellschaftsverhältnissen, welches immer wieder versucht repressiv gegen uns- eine Bewegung, die ihre Bedürfnisse kollektiv artikuliert, Kraft und Mut zu Veränderung hat und vor allem eine Hoffnung in ein anderes ein besseres Leben- vorzugehen, kommt es nun und wie auch schon immer auf eine Solidarität an, eine internationalistische Solidarität, denn die Ursprünge und die Logik für gegenwärtige neoliberale Umstrukturierungsmaßnahmen sind überall die gleichen. Die Erinnerung, das kollektive Wissen um unsere Bewegung in Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Lateinamerika und überall auf dieser Welt sind unsere Stärke, die wir gestern, heute und morgen genau denen entschieden und entschlossen entgegenhalten, die meinen über uns entscheiden zu dürfen. Ein System, was meint, indem sie Leute in den Knast festsetzt, Probleme lösen zu können.

Für eine sofortige Freilassung von Ale und Domenico!
Für eine internationale Solidarität der Bewegungen- wir werden nicht vergessen; wir werden nicht schweigen!

Weitere Infos und Videos auf www.antifa.de

Veranstaltung zur Kritik der Religion und Esoterik

Veranstaltung am Samstag, den 23.5. 2009 19h Alte Mensa mit Manuel Kellner

Marburg hat dieses Jahr einiges an Kuriositäten aus der Mottenkiste der Religionen zu bieten. Kürzlich luden die Kameraden der Burschenschaft Rheinfranken den Chef deutscher Pius-Brüder Schmidberger ein, vom 20.5-25.5 findet ein evangelikaler Seelsorgekongress statt und im August wird Dainzin Gyaco, dem 14. Dalai Lama, die Ehrendoktorwürde von der Uni Marburg verliehen.

Für uns ist dies der Anlass uns genauer mit der Kritik der Religion und Esoterik zu beschäftigen und haben dazu Manuel Kellner eingeladen, der gerade dazu einen Band in der Reihe theorie.org im Schmetterling Verlag herausgibt.


Von der Seite des Schmetterling Verlag:

In der arabischen Welt ist theokratischer Islamismus auf dem Vormarsch, in den U.S.A. grassieren fundamentalistische evangelische Sekten, die Anläufe unternehmen, Darwins Evolutionstheorie durch biblische Offenbarungen zu ersetzen und in den ehemaligen Ostblockländern sind die christlichen Konfessionen auf dem Vormarsch. Angesichts dieser Entwicklungen liegt es nahe, die bisher verwendeten Argumentationsmuster der Religionskritik Revue passieren zu lassen und nachzufragen, ob sie für das 21. Jahrhundert unverändert taugen. Oder haben etwa doch diejenigen Recht, die behaupten, das religiöse Bewusstsein gehöre nun einmal zum Menschen und müsse daher weiterbestehen, solange es Menschen gibt?
Kellner verfolgt deshalb verschiedene Formen der Religionskritik von der Frühscholastik über die Aufklärung und Hegels Ansatz, den personifizierten Gott durch die Logik oder den Weltgeist zu ersetzen. Als Wendepunkt der Religionskritik macht er Feuerbach aus, der die Frage, ob es Gott gibt oder nicht, für überholt erklärt und sich der Frage widmet, wie Gott in die Köpfe der Menschen kommt. Ein Ansatz, der fast unweigerlich zu Marx führt, der fordert, dass von der Kritik der Religion zur Kritik des Jammertals übergegangen werden müsse, auf dessen Boden Religion gedeihe, und zu Freud, für den religiöse Inhalte Projektionen des menschlichen Familienlebens sind. Schließlich bezieht Kellner wichtige Thesen moralisch motivierter Religionskritiker, wie Bucharin und Most, in seine Überlegungen ein.

Die dunkle Seite der Macht – Zur Beweihräucherung von Vernunft, Hedonismus und Revolution

I.

Als Karl Marx 1844 seine „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ verfasste, eröffnete er mit dem Satz: „Für Deutschland ist die Kritik der Religion im wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.„Die Voraussetzung war erfüllt, und das kritische Denken konnte sich neuen und wichtigeren Aufgaben zuwenden. Marx ließ sich allerdings nicht nehmen, zuerst noch einmal den Diskussionsstand in Sachen Religionskritik zu präsentieren:
Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät. Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewußtsein, weil sie eine verkehrte Welt sind.
Die Religion ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.
Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.
Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege.
Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.

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