PM: Dautphetal: 300 gegen Rassismus auf der Straße

Heute (1.3.) demonstrierten 300 Menschen in Dautphetal gegen Rassismus. Anlass war ein rassistischer Brandanschlag auf das Haus einer türkischen Familie in der Nacht auf den 19. Februar. Antifaschistische Gruppen hatten nach dem Anschlag Kontakt mit der Familie aufgenommen und sich gemeinsam mit dieser für eine Demonstration entschieden, mit dem Ziel ein deutliches Zeichen gegen Rassismus zu setzen.
Im Vorfeld verurteilte die Gemeinde zwar den Anschlag, distanzierte sich aber auch gleichzeitig von der antirassistischen Demonstration. In der Presse wurde diese von der Gemeinde als „unerwünscht“ bezeichnet, weil es in Dautphetal angeblich keinen Rassismus gebe. Das bei der Landtagswahl ca. 100 BürgerInnen rechte Parteien wählten, fiel in dieser Darstellung völlig unter den Tisch. Erfreulicherweise beteiligten sich trotzdem viele Menschen – vor allem türkischer Herkunft – aus dem Ort an der Demonstration. In der Woche vor der Demonstration verteilten AntifaschistInnen Flugblätter an die Dautphetaler Bevölkerung, um für die Demonstration zu werben.
Von der betroffenen Familie wurde die Demonstration sehr positiv aufgenommen, mehrere Familienmitglieder beteiligten sich und bedankten sich ausdrücklich für die gezeigte Solidarität.
Ein Großteil der DemonstrantInnen waren dem Aufruf antifaschistischer Gruppen und des DGB gefolgt und reisten aus Marburg und Umgebung an.
In den Reden vor dem Dautphetaler Rathaus wurde die Haltung der Gemeinde kritisiert und zu einem aktiven Engagement gegen Nazis und Rassismus auf der Straße aufgerufen. Antifaschistische Gruppen betonten in ihrem Redebeitrag, dass sie sich an jedem Ort und zu jeder Zeit Rassismus und Faschismus entgegenstellen werden.

Als skandalös bezeichnete Gerda Maler von der Gruppe dissident das Polizeiaufgebot. „Hunderte PolizistInnen wurden zum Schutz der Nazis angekarrt. Anreisende AntifaschistInnen wurden am Bahnhof durchsucht und abgefilmt. Angesichts der Tatsache, dass die angereisten DemonstrantInnen ihre Solidarität mit der Familie ausdrücken wollten, war dies völlig unverständlich. Trotzdem freuen wir uns, dass sich viele Menschen mit der Familie solidarisch zeigten und sich nicht einschüchtern ließen.“

Eine vom Marburger Nazi Manuel Mann angemeldete Demonstration fiel ins Wasser. Mann konnte wieder einmal niemanden zu seinem Aufmarsch mobilisieren. Gerda Maler erklärte dazu: „Manuel Mann kann zu seinen Demonstrationen weniger Menschen mobilisieren als mein dreijähriger Sohn zu seinem Kindergeburtstag.“